Verhütung

In einem perönlichen Gespräch erfragen wir Ihre Vorgeschichte und ihre individuellen Bedürfnisse und finden daraufhin gemeinsam die passende Verhütungsmethode für Sie.

Man unterscheidet folgende Methoden:

Hormonelle Methoden:

Zu den sogenannten Kombinationspräparate zählen unter anderem die Pille,
der Hormonring und das Verhütungspflaster.
Die beiden Hormone (Östrogen + Gestagen) sorgen dafür, dass der Eisprung unterdrückt wird und sich der Gebärmutterhalsschleim verdickt und für Spermien schwieriger zu passieren ist. Dies sind die beiden hauptsächlichen Effekte, die eine Schwangerschaft verhindern.

Alle drei Präparate sind Medikamente und müssen daher ärztlich verschrieben werden. Bei zusätzlicher Einnahme von anderen Medikamenten sollten Sie auf jeden Fall Rücksprache mit uns halten. Außerdem sollten Sie 2x jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen, damit festgestellt werden kann, ob Sie das Präparat auch gut vertragen.

Die hormonelle Verhütung mit Kombinationspräparaten ist nicht für stillende Frauen geeignet!

Die Pille

Die Pille ist bei korrekter Einnahme eines der sichersten und dadurch auch das meistgenutzte Verhütungsmittel.

  • Pillen gibt es in unterschiedlichen Dosierungen. Besonders leichte Pillen nennt man Mikropille (ist nicht gleich Minipille)
  • Die Pille muss täglich und möglichst zur selben Zeit eingenommen werden!
  • Hat man die Einnahme der Pille einen Tag vergessen kann die Wirksamkeit herabgesetzt sein und man sollte daher zusätzlich mit einem Kondom verhüten. Ebenso bei Erbrechen und/oder wässrigem Durchfall innerhalb von 6 Stunden nach Pilleneinnahme.

Hormonring (Nuva-Ring®)

Der Hormonring besteht aus einem farblosen, weichen, gummiartigen Kunststoff und ist daher sehr biegsam. Er hat einen Durchmesser von ca. 5 cm. Ähnlich wie ein Tampon wird er einfach in die Scheide eingeführt.
Dort bleibt er für 3 Wochen und gibt die Hormone nach und nach an den Körper ab. Danach folgt 1 Woche Pause. Nach dieser Pause wird ein neuer Ring eingesetzt. Ein Vorteil ist, dass der Ring auch bei bei Durchfall oder Erbrechen noch sicher schützt.

Verhütungspflaster Evra®

Ähnlich wie der Hormonring gibt das Verhütungspflaster auch Hormone ab, allerdings äußerlich über die Haut. Es wird 3 Wochen hintereinander für jeweils 7 Tage geklebt. Danach folgt 1 Woche Pause. Auch beim Pflaster ist der Vorteil, dass es auch bei bei Durchfall oder Erbrechen noch sicher schützt. Nachteil ist, dass es – wie jedes herkömmliche Pflaster auch – schmutzig wird und sich teilweise ablöst. Das führt bei einigen Frauen zu Unsicherheit.

 

Neben den Kombinationspräparaten mit zwei Hormonen gibt es noch die reinen Gestagenpräparate (ohne Östrogen). Dazu zählen z.B. das Homonstäbchen, die Hormonspirale, die 3-Monatsspritze oder die Minipille. Diese Methoden sind auch für stillende Frauen geeignet.

Hormonstäbchen Implanon® – Langzeitmethode, Liegedauer 3 Jahre

Das Kunststoffstäbchen ist ca. 4 cm lang und 2 mm dick. Während der Blutung wird es in die Innenseite des Oberarms unter die Haut geschoben. Das spürt man kaum, da der Eingriff mit örtlicher Betäubung durchgeführt wird.

Hormonspirale

Mehr dazu steht weiter unter in der Rubrik "Spirale".

3-Monatsspritze

Sie enthält ein Depot-Gestagen, welches in den Oberschenkel oder Oberarm gespritzt wird. Die erste Spritze bekommt man während der ersten 5 Tage nach Einsetzen der Menstruation verabreicht, jede weitere in einem Abstand von 90 Tagen. Nachteil bei Kinderwunsch ist die lange Zeit, die es dauern kann, bis der eigene Eisprung wieder einsetzt, wenn die 3-Monatsspritze abgesetzt wird.

Minipille

Die Minipille muss täglich exakt zur selben Uhrzeit eingenommen werden. Im Gegensatz zur "normalen" Pille gibt es keine Pillenpause, d.h. die Minipille wird durchgehend eingenommen. Sie kann auch während der Stillzeit eingenommen werden.

Barrieremethoden:

Dazu zählen u.a. Fem-Cap, Lea, Diaphragma und Oves. Sie werden vor dem Muttermund platziert und verhindern in Verbindung mit einer spermiziden Creme das Eindringen der Samenzellen in die Gebärmutter.

Kondom

Kondome werden bei Bedarf über den Penis gezogen und verhindern so den Austausch von Körperflüssigkeiten. Sie sind rezeptfrei und günstig in der Anschaffung, schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Spirale:

Hormonspirale – Langzeitverhütung, Liegedauer 5 Jahre

Sie wird während der Blutung in die Gebärmutter eingesetzt. Ebenso wie die anderen reinen Gestagenpräparate vermindert sie den Aufbau der Gebärmutter-schleimhaut und verschließt den Muttermund mit einem Schleimpfropfen.Die Spirale muss alle 5 Jahre gewechselt werden.

Kupferspirale

Diese Spirale wirkt mechanisch und durch Abgabe von Kupferionen.
Sie ist hormonfrei und kann 3 Jahre liegen bleiben.

Goldspirale

Sie wird während der Blutung in die Gebärmutter eingesetzt. Durch das Metall werden die Samenzellen am Aufsteigen gehindert – dadurch kann die Eizelle nicht befruchtet werden. Die Goldspirale dient als Langzeitverhütung mit geringen Nebenwirkungen, ist hormonfrei und nicht spürbar. Allerdings kann es zu verstärkten Menstruationsbeschwerden kommen und die Blutungsdauer verlängern.

Natürliche Familienplanung, symptothermale Methode:

Diese Methode funktioniert durch Beobachten des Körpers nach einem speziellen, wissenschaftlich evaluierten System – der symptothermalen Methode. Für Jugendliche ist diese Methode eher ungeeignet.

Die Pille danach

Die Pille danach ist eine Möglichkeit nach einem ungeschützten oder schlecht geschützten Geschlechtsverkehr die Entstehung einer Schwangerschaft zu verhindern. Sie hat bei richtiger und rechtzeitiger Anwendung eine Sicherheit von bis zu 98%. Sie wirkt bis zu 5 Tage nach dem Akt und ist wirklich nur für Situationen gedacht wo kein Verhütungsmittel verwendet wurde oder der Verdacht besteht, dass die gewählte Methode nicht ausreichend Schutz bietet. Sie verhindert die Befruchtung durch Verschiebung des Eisprunges. Sie sollte so rasch wie möglich nach dem ungeschützten Verkehr genommen werden! Je früher die Einnahme erfolgt, desto höher ist der Verhütungsschutz. Sie hat keine Langzeitwirkung!